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Geschichte Dominikanische Rep.

17. Jahrhundert

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Um den Schmuggel, vor allem auch den subversiven Einfluß, den die protestantischen Ausländer auf die Siedler ausübten zu unterbinden, beschloß die spanische Regierung 1605/06 alle Bewohner des Nordwestens zu evakuieren.

Ihre Dörfer, Gebäude und sonstigen Einrichtungen wurden dem Erdboden gleich gemacht. Vor allem die Städte Monte Cristi und Puerto Plata waren davon betroffen und wurden im Süden wieder aufgebaut. Das 17. Jahrhundert wird das Jahrhundert des Elends und Unglücks genannt (El siglo de la miseria).

1655 wurde Santo Domingo ein zweites Mal von englischen Piraten besetzt. Im Unglücksjahr 1666 (el ano de los seises) brachen Epidemien im ganzen Land aus, denen große Teile der Bevölkerung zum Opfer fielen. Nur diejenigen die kein Geld zur Auswanderung in andere Länder hatten, blieben im Land. Das wirtschaftliche Leben auf der Insel kam fast zum Stillstand. Einzige Geldquelle war nun der sogenannte „situado“, eine alljährlich von der spanischen Audienzia in Mexiko ausgezahlte Geldsumme zur Bezahlung der Staatsbeamten. Bis zur Ankunft des situado, der sich manchmal um Jahre verzögerte, lebten Minister, Soldaten und Geistliche von geliehenem Geld.
Diese Abhängigkeit förderte das Gefühl der Unterlegenheit und machte es unmöglich, sich an einträglichen Geschäften auf dem Weltmarkt zu beteiligen. Hispaniola besaß nicht einmal mehr den Status einer Kolonie, da Spanien kein Kapital mehr in die Insel investierte, um dort Rohstoffe auszubeuten.
Die sozialen Unterschiede begannen sich zu verwischen, da die Spanier meist genauso arm waren wie die Sklaven und gezwungen, auf die gleiche Art ums Überleben zu kämpfen. Beerdigungen und andere religiöse Zeremonien wurden mit Lebensmitteln bezahlt. Die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Stagnation und Passivität machte es sowohl Piraten als auch ausländischen Siedlern leicht, auf der Insel Fuß zu fassen.

In den entlegenen nordwestlichen Gebieten, die seit den von Gouverneur Antonio Rosario durchgeführten Verwüstungsmaßnahmen zum Niemandsland geworden waren, siedelten sich insbesondere Franzosen an. Schon 1644 hatten sie den gesamten westlichen Teil der Insel unter ihrer Kontrolle. Nach jahrelangen Konflikten mit den Spaniern bekamen die Franzosen 1697 im Vertrag von Ryswijk offiziell den Westen - nun Saint Domingue - zugesprochen.

 
 
 
 
 

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