Sie war sowohl bei ihrem Volk als auch bei den Spaniern hochgeschätzt wegen ihrer Autorität, Klugheit und Schönheit.
Anacaona bedeutet: Blume aus Gold (Flor de Oro).
Ihr ganzes Streben galt der Versöhnung mit den Spaniern, um ein Zusammenleben beider Völker möglich zu machen. Sie war die Frau des Häuptlings Caonabo, welcher das Gebiet Maguana regierte und Schwester von Bohechío, Häuptling des Gebietes Jaragua. Sie war eine sehr hübsche und intelligente Frau, welche schon die Aufmerksamkeit der ersten Spanier auf sich zog. Zu Anfang hatte sie große Sympathie gegenüber den Spaniern. Sie wurde bekannt als Vermittlerin zwischen den beiden Völkern. Auch noch nach dem Tod ihres Mannes und Bruders versuchte sie weiter zwischen den Völkern zu vermitteln, trotz der andauernden, täglich schlimmer werdenden Tyrannei der Spanier. Erst nachdem Roldán die Hochzeit zwischen Hernando de Guevara und ihrer Tochter Higüemota untersagte, verwandelte sich ihr Denken in Haß. Nach dem Tod ihres Bruders Bohechío übernahm sie dessen Reich Jaragua.

Ovando war mittlerweile Gouverneur von Santo Domingo geworden. Ihm kam die falsche Nachricht zu Ohren, daß Anacaona durch die Übernahme von Jaragua einen Aufstand gegen die Spanier plante.
Jedes Jahr bereitete Anacaona ein großes Fest mit Tänzen, Wein und Speisen für die Spanier, bei dem die Tribute überreicht wurden. Doch das friedliche Zusammenleben hatte abrupt ein Ende, als der neue Gouverneur Nicolas de Ovando die westlichen Provinzen unterwerfen wollte. Anacaona, die nicht an schlechte Absichten der Spanier glaubte, bereitete für die Ankunft Ovandos in ihrem Reich wieder ein großes Fest. Doch Ovando hatte kein Interesse an all den Feierlichkeiten und Darbietungen und ließ die zum Fest geladenen Häuptlinge zusammenrufen. Dort begann auf seinen Befehl hin eines der grausamsten Ereignisse in der Geschichte der spanischen Eroberung Hispaniolas, die Spanier beginnen einen Maßermord, bei dem nur wenige Tainos überlebten.
Mit 300 Soldaten und 70 Reitern, alle schwerbewaffnet, begab er sich nach Jaragua. Anacaona bereitete ein Fest vor, es wurden Ritterspiele aufgeführt, bei dem die Spanier dann zu den Waffen griffen und über 10.000 Tainos umbrachten. Anacaona wurde festgenommen und nach Santo Domingo gebracht. Die wenigen Tainos die dieses Massaker überlebten wurden versklavt. Anacaona wurde der Hexerei und Ketzerei angeklagt und in Santo Domingo öffentlich aufgehängt.
Daraufhin entbrannten andauernde Kriege gegen die Tainos, in den Provinzen Guahaba, Sabana, Amigayahua, Guacayarima, welche noch sehr wild waren.
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